Vom Schweißbefestiger zum Einpressbefestiger | PEM
Warum vom Schweißbefestiger auf Einpressbefestiger umsteigen – mehr als nur die offensichtlichen Vorteile
Für viele Entwicklungsingenieurinnen und -ingenieure hat der Wechsel von Schweiß- zu Einpressbefestigungselementen bereits begonnen – häufig ausgelöst durch zwei zentrale Faktoren: Umweltauswirkungen und optische Qualität. Doch wer den Schritt einmal vollzogen hat, stellt schnell fest, dass der eigentliche Mehrwert weit über diese ersten Vorteile hinausgeht.
Werfen wir einen genaueren Blick darauf, warum Einpressbefestiger zunehmend zur bevorzugten Lösung werden – und wie sie reale Anwendungen verändern.
Umweltvorteile
Der Einsatz von Einpressbefestigungselementen reduziert den ökologischen Fußabdruck des Befestigungsprozesses erheblich:
- Geringerer Energieverbrauch – keine Hochspannungs-Schweißgeräte erforderlich
- Keine Schutzgase oder Verbrauchsmaterialien – sauberer Prozess mit weniger Ressourcenaufwand
- Stabilere Produktion – keine Risiken durch Spannungsschwankungen oder Spannungseinbrüche
Optische Vorteile
Einpressbefestiger verbessern außerdem das Erscheinungsbild des Endprodukts und erleichtern die Oberflächenbehandlung:
- Keine Schweißspritzer – saubere Bleche und Bauteile
- Vorbehandlung möglich – Bleche und Befestigungselemente können bereits vor der Montage beschichtet werden
- Keine thermische Verformung – kein Verziehen durch Schweißhitze
Konstruktive Vorteile – hier wird es richtig interessant
Sobald Entwicklungsingenieurinnen und -ingenieure Einpressbefestigungselemente einsetzen, entdecken sie häufig zusätzliche Vorteile, die Konstruktion und Montage deutlich verbessern:
- Präzise Gewindeplatzierung – höhere Genauigkeit bei kritischen Ausrichtungen
- Kombinierbarkeit mit unterschiedlichen Werkstoffen – Konstruktionsfreiheit, die mit Schweißen nicht möglich ist
- Stärkere Gewinde – wärmebehandelte Einpressbefestiger sorgen für zusätzliche Haltbarkeit
Diese Vorteile gelten für ein breites Spektrum an Gewindegrößen – von winzigen M1-Befestigungselementen in mobilen Endgeräten bis hin zu großen M10-Bolzen in robusten Automobilanwendungen.
Praxisbeispiel
Innovation in der Smartphone-Fertigung
Ein OEM hatte bisher M1.4-Abstandsbolzen aus Edelstahl der Serie 300 in Edelstahlbleche eingeschweißt. Dabei traten jedoch Einschränkungen auf: Das Schweißen erschwerte die Platzierung der Befestigungselemente nahe an Blechkanten und beeinträchtigte die Toleranzen bei der Gewindeposition.
Nach der Umstellung auf Einpressbefestiger wurde das nächste Gerätemodell mit M1.4-Einpress-Abstandsbolzen konstruiert – mit sofortigen Vorteilen: präzisere Positionierung und höhere strukturelle Stabilität. Noch besser: Im darauffolgenden Modelljahr wurde derselbe Abstandsbolzen in ein Aluminiumblech eingepresst – etwas, das beim Schweißen nicht möglich war. Gestaltungsfreiheit neu definiert.


Drehmomentwandler-Ring für Automobilanwendungen
In einem weiteren Fall hatte eine Entwicklungsingenieurin bzw. ein Entwicklungsingenieur mit wiederkehrenden Problemen bei acht eingeschweißten M10-Bolzen an einem Drehmomentwandler-Ring zu kämpfen. Jeder Bolzen wich leicht von der Mittelachse ab, und die Summe dieser Abweichungen führte während der Zyklustests zu einer unzulässigen Unwucht.
Die Lösung? Alle acht Schweißbolzen wurden durch M10-Einpressbolzen ersetzt.
Doch während der Tests ergab sich eine überraschende Erkenntnis: Die Anzahl konnte auf nur vier M10-Einpressbolzen reduziert werden – bei gleichbleibender Leistungsfähigkeit. Diese Änderung verbesserte nicht nur die Maßhaltigkeit, sondern sparte zugleich vier Bolzen, vier Unterlegscheiben, vier Muttern und sämtliche damit verbundenen Handlingskosten ein.
Ein Gewinn – sowohl für die Konstruktion als auch für das Budget.
Fazit
Der Umstieg auf Einpressbefestigungselemente löst nicht nur oberflächliche Probleme – er eröffnet neue Möglichkeiten für intelligenteres Design, höhere Leistungsfähigkeit und niedrigere Gesamtkosten pro Einbau. Ob kompakte Konsumelektronik oder robuste Automobilanwendungen – es lohnt sich, über die naheliegenden Vorteile hinauszublicken.
Überlegen Sie, umzusteigen? Vielleicht entdecken Sie mehr, als Sie erwarten.
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